I Am From Austria – wie der Song zur Hymne wurde

Ein Film von Florian Kröppel

“I Am From Austria” ist ein Lied, das Menschen vereint, ein Wir-Gefühl erzeugt, ohne dabei auszugrenzen. Damit – und durch seine unglaubliche Popularität – erfüllt es den Zweck einer Hymne. Auch wenn sich der Autor und Komponist Rainhard Fendrich gegen diese Interpretation wehrt: „Das Lied war nie als Hymne gedacht. Eine Hymne ist immer eine kritiklose Bewunderung von etwas – das ist es sicher nicht. Es war eher als ein kritisches Lied gedacht, das sich mit der Vergangenheit Österreichs auseinandersetzt, aber trotzdem eine große Verbundenheit mit meinem Heimatland dokumentieren soll.“

Wie wurde aus “I Am From Austria” ein Song, der Millionen bewegt? Was macht diese Melodie so kraftvoll – und worum geht es wirklich im Text? Die neue ORF-Doku I AM FROM AUSTRIA geht diesen Fragen auf den Grund – mit exklusiven Einblicken von Produzent Tato Gomez, Tonmeister Hartmut Pfannmüller und Expert*innen aus den Bereichen Musik, Sprache und Zeitgeschichte. Rainhard Fendrich, Autor und Komponist, schildert die Hintergründe der Entstehung.

Die Musikwissenschaftlerin Christa Bruckner-Haring analysiert den musikalischen Aufbau und erklärt die Wirkung der Komposition. Frühere Ö3-Programmchefin Monika Eigensperger ordnet ihn weiters in den kulturellen und gesellschaftlichen Kontext ein. Der Germanist Christoph Janacs, der zuletzt einen Sammelband über die österreichischen Hymnen herausgegeben hat, taucht in die Tiefen des Textes ein und erkennt Parallelen zwischen Fendrichs Werk und gängigen Hymnentexten. Monika Sommer-Sieghart, Direktorin Haus der Geschichte, wirft außerdem einen Blick auf die politischen Verhältnisse Österreichs zur Zeit der Entstehung des Liedes, denn die 1980er-Jahre waren durchaus ein Jahrzehnt der politischen Skandale – von der Misswirtschaft beim Bau des AKH über die kriminellen Machenschaften im Weinbau bis hin zu einem mörderischen Versicherungsbetrug mit politischer Brisanz. Und doch war es ein anderer Skandal, der für die Entstehung des Liedes von entscheidender Bedeutung war: Als Kurt Waldheim seine Präsidentschaftskandidatur bekannt gab, wurden für ihn unangenehme Wahrheiten aus seiner Wehrmachtszeit ans Tageslicht geholt. Die Welt schaute wieder auf Österreich. Doch ganz anders als von vielen erhofft. Und Fendrich, der zu jener Zeit in den USA lebte, schaut zurück auf sein Heimatland. Der Rest ist Musikgeschichte.

Darüberhinaus wird “I Am From Austria” in der Dokumentation in diversen neuen musikalischen Interpretationen dargeboten – unter anderem von Alicia Edelweiss (Akkordeon), “Vienna String Force” Quartett mit Anna Starzinger (Violoncello), Antonia-Alexa Georgiew (Violine 1), Freya Tuppy (Violine 2) & Mihoko Ikezawa (Viola), Beate Reiermann (Jazzgitarre), Lilli Seitinger (Keys), Duo JuTe mit Teresa Heugl (Vibraphon) & Julia Kräuter (Harfe) sowie Pelün Durmaz & Gülistan Keles (Saz).

Auftragsproduktion
Galerie
Credits

Eine Dokumentation von Florian Kröppel

Regie, Drehbuch Florian Kröppel
Schnitt Arthur Moussavi Wagner, Julia Eder
Kamera Christian Roth, Marco Zimprich
Ton Josef Umschaid, Flora Steiner
Schnittassistenz Daniel Russegger, Maximilian Aescht
Grafik Kilian Schillein, Daniel Russegger
Farbkorrektur Kilian Schillein
Produktionsassistenz Lara Jakl
Produktionsleitung Anna Horn
Produktion Petra Gruber, Benjamin Lehner
Sprecherin Marie-Luise Stockinger
Tonmischung Soundfeiler
Produktion ORF Elisabeth Faber
Produktion ORF Hans Wu, Sabine Bures
Sendungsverantwortung Caroline Haidacher
Gesamtleitung ORF Tom Matzek

Eine ORF-Auftragsproduktion

Auftragsproduktion